Von Enten und Kastanien
  Startseite
  Archiv
  //Blika Andersson//
  //heartland//
  //loads of hugs//
  //weird stuff//
  //me, myself and I//
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   //Meine Bilder//
   //Wunsch-Zettel//
   //24-7//
   //HP vom Bloedkeks//
   //Meine Geschichten//
   //Prayers For Rain//
   //Gedankenlabyrinth//
   //Forum//

https://myblog.de/alannis

Gratis bloggen bei
myblog.de





Was eigentlich hinter den Blika-Andersson-Geschichten steckt...

Es ist jetzt schon über 4 Jahre her, dass mein verrückter Doktor (ja, auch das ist natürlich ein Pseudonym ;-) mir vor dem Einschlafen den Anfang einer Geschichte erzählt hat. Ihr ahnt es sicher schon: in dieser Geschichte ging es um einen Jungen, der in einem kleinen weißen Karton das Schaf Paul gefunden hat.

In der Nacht, nachdem ich diese Geschichte erzählt bekommen habe, habe ich dann den Namen des Jungen - Blika Andersson - geträumt. Und so hat praktisch alles seinen Anfang genommen. Im Laufe der Monate haben Blika Andersson und Paul, das Schaf, viele Dinge gemeinsam erlebt.

Manche von den Geschichten beruhen auf wahren Tatsachen, was aber nur die Betreffenden selbst "zwischen den Zeilen" entdecken, andere der Geschichten sind frei erfunden - einfach aus meinem Kopf gepurzelt. Weil ich keine professionelle Schriftstellerin bin, purzeln solche Geschichten sehr unregelmässig aus meinem Kopf - und manchmal halt auch monatelang gar nicht.

Blika Andersson und Paul, das Schaf sind inzwischen ein fester Bestandteil im Leben vom Doktor und mir geworden...

Anyway, ich hoffe, ihr habt ein bisschen Freude beim Lesen, Anregungen und Kritik nehme ich gerne entgegen!


Wie Blika Andersson und Paul, das Schaf, zueinander gefunden haben

Es war einmal ein Junge mit Namen Blika Andersson. Blika Andersson lebte am Rande einer großen Stadt.

Eines Abends also stand er am Fenster. Er beobachtete die Wolken - Du kennst so was ja. Da es schon beinahe dunkel war, konnte man die Wolken kaum noch erkennen - dafür funkelten aber schon die Sterne. Einige waren so winzig, dass Blika Andersson gar nicht sicher war, ob es überhaupt Sterne waren.

Während er da so stand, bewegte sich einer dieser winzigen Sterne und kam immer näher. Blika Andersson dachte zuerst an eine Sternschnuppe oder sogar an einen Kometen. Aber nein - das war etwas anderes.

Und dieses Etwas fiel immer tiefer und tiefer und landete schließlich auf dem Hügel hinterm Haus.

Blika Andersson rannte raus, so schnell er konnte. über die Brücke, dann den langen dunklen Weg entlang. Normalerweise fürchtete Blika Andersson sich vor diesem Weg, aber jetzt hatte er keine Zeit für Furcht. An der Stelle, wo der Weg eine Kurve machte, sah er einen weißen Karton im Graben liegen. Er ging vorsichtig näher. Tatsächlich. Ein Karton. Der Deckel des Kartons war abgesprungen - aber Blika Andersson konnte nicht sehen, was darin war. Er kletterte in den Graben, der nicht sehr tief war. In dem Karton war ein kleines weißes Schaf, das Blika Andersson mit großen Augen ansah. Es schien noch ein wenig durchgerüttelt zu sein von seiner Reise, die sicher sehr lang gewesen war.

"Wer bist Du?" fragte Blika Andersson mit sanfter Stimme, um das Schaf nicht zu erschrecken. Erst schien das Schaf ihn nicht zu verstehen, dann seufzte es leise und sagte:"Paul". Seine Stimme war hell, fast wie eine kleine Glocke. Blika Andersson sprach den Namen leise vor sich hin, als müsste er sich an dessen Klang gewöhnen. "Paul". Dann lächelte er und kniete sich vor den Karton.
"Du wolltest also zu mir?" fragte er mit der Naivität derer, die ganz in sich selbst ruhen. Paul nickte und begann, aus dem Karton zu klettern. Das gelang ihm nicht sehr gut, denn durch die lange Reise waren seine Beine eingeschlafen."Lass nur, ich trage Dich."
Blika Andersson nahm den Karton, klemmte sich den Deckel unter den Arm und lief den langen dunklen Weg zurück zum Haus.

Seit dieser Nacht also wohnt Paul, das Schaf, in Blika Anderssons Zimmer. Manchmal, wenn Du ganz leise bist, kannst Du ihn hören, wie er mit Blika Anderssons Filzstiften malt. Hörst Du das Quietschen der Stifte auf dem Papier? Aber Paul würde niemals zugeben, dass er so etwas tut.
überhaupt spricht er manchmal kein Wort, schmiegt sich nur sanft an den schlafenden Blika Andersson, legt seinen Kopf auf dessen Bauch und bewacht seinen Schlaf....

15.05.2000



Die Freundschaft zwischen Paul und Esmeralda

Paul, das Schaf, lebte nun schon seit einiger Zeit bei Blika Andersson in dessen Zimmer.
Wenn Blika Andersson nicht da war, las Paul manchmal in den Büchern, die vor Blika Anderssons Bett lagen oder malte mit den Filzstiften vom Schreibtisch. Oder er schrieb lange Briefe. Blika Andersson fand diese Briefe manchmal, wenn er unter das Bett kriechen musste, weil eine seiner Murmeln darunter gerollt war.

Die beiden sprachen nie über diese Briefe, aber Blika Andersson faltete sie ordentlich und legte sie unter das Kopfkissen, auf dem Paul manchmal schlief.

Blika Andersson wusste nicht, an wen Paul da schrieb - denn Paul schrieb in einer Sprache, die Blika weder lesen noch verstehen konnte. Und wenn er es gekonnt hätte, wäre er wohl ein wenig erstaunt gewesen. Denn Paul schrieb seine langen Briefe an Esmeralda. Dieser Name würde Blika Andersson nichts sagen, aber Paul empfand da anders. Manchmal, wenn er alleine war, flüsterte er diesen Namen vor sich hin, ganz leise nur....und lächelte - naja, so, wie halt Schafe lächeln.

Esmeralda war eine Ente. Sicher mag man nun denken, dass Schafe und Enten doch gar nicht miteinander befreundet sein können. Aber Paul wusste es besser. Esmeralda war ja auch keine gewöhnliche Ente. In seinen Augen war sie nicht von dieser Welt, genauso wie er selber.

Wie sich die beiden kennengelernt hatten? Das war ein Geheimnis, über das die beiden nie sprachen.
Du willst wissen, was die beiden sich so geschrieben haben? Nun - sie schrieben über das Leben, über Dinge, die sie erlebt hatten - und auch wenn sie ein Schaf und eine Ente waren, gab es erstaunlich viel, was ihnen gemeinsam war. Beide mochten Wolken und Kastanien, beide konnten zu jeder Tages- oder Nachtzeit schlafen (Blika Andersson schüttelte oft den Kopf, wenn er nachmittags nach Hause kam und Paul schlafend in seinem Bett lag), beide mochten lange Geschichten, und beide wussten, wie wertvoll und wichtig Freundschaft ist. Und wenn man über so vieles so ähnlich denkt und empfindet, dann ist es ganz egal, ob die Leute vielleicht sagen, dass das doch nicht geht, ein Schaf und eine Ente.... ganz egal.

29.09.2000


Wenn Esmeralda Paul besucht...


Wenn man so weit voneinander entfernt wohnt wie Paul, der ja bekanntermassen bei Blika Andersson wohnt und Esmeralda, die Ente, ist es sonnenklar, dass man sich nur sehr selten sehen kann. Das ist auch gar nicht schlimm, denn um einander nah zu sein, muss man sich nicht wirklich räumlich nah sein....

Und wenn man sich dann sieht, sich auch räumlich mal ganz nah sein kann, ist das meistens ein sehr schönes Gefühl. Paul, das Schaf, ist vorher mindestens genauso aufgeregt wie Esmeralda, aber darüber sprechen sie nur wenig. Zu kostbar ist die Zeit, die sie dann gemeinsam verbringen können. Endlich beim Reden die Augen des Anderen sehen zu können, sein Gesicht, einfach alles von ihm.

An solchen Tagen liegen Paul und Esmeralda dann bei Blika Andersson auf der Couch, lachen, reden und schweigen gemeinsam. Es ist ein schönes, beruhigendes Schweigen. Im Hintergrund läuft manchmal leise Musik, irgend etwas, was sie beide sehr mögen. Manchmal schliesst Paul, das Schaf, die Augen, wenn er über das nachdenkt, was Esmeralda gerade gesagt hat. Und in diesen Momenten schaut ihn Esmeralda dann ruhig an, entdeckt immer wieder neue Details an ihm, die ihr bisher noch nicht aufgefallen sind.
Die beiden führen ihre Gespräche immer sehr leise. Nicht, weil Blika Andersson sie sonst hören würde, er ist meistens nicht da, wenn sich die beiden treffen. Sondern, weil sie es halt so mögen, leise zu sprechen miteinander.

Aber es gibt auch Tage, an denen ist Paul, das Schaf, mit seinen Gedanken ganz woanders. Esmeralda, die Ente, merkt das - und schweigt darüber. Sie fühlt, dass Paul traurig ist, aber sie kann ihm nicht sagen, dass sie es bemerkt. Und das macht sie dann traurig. Aber sie weiß auch, dass Paul ihr alles erzählen wird, wenn es ihm wichtig erscheint. Sobald er den richtigen Zeitpunkt dafür gefunden hat.

Leider sind Enten ja bekanntlich sehr ungeduldig, und Esmeralda ist da keine Ausnahme. Es fällt ihr schwer, nichts zu seiner Traurigkeit und Geistesabwesenheit zu sagen. Wenn Paul ganz genau hinsehen würde, noch genauer, als er es bereits tut, könnte er in solchen Momenten eine Träne in Esmeraldas Auge sehen. Eine winzigkleine Träne nur, die Esmeralda nicht zurückhalten kann.

Solche kleinen Tränen tun manchmal mehr weh als die grossen Kullertränen, die man vergießt....aber auch sie trocknen irgendwann wieder. Und dann kann Esmeralda wieder lächeln und einfach die Zeit geniessen, die sie mit Paul im Zimmer von Blika Andersson verbringen kann.

29.10.2000



Weihnachten mit Esmeralda und Paul


Auch Paul, das Schaf, und Esmeralda, die Ente, machen sich Weihnachtsgedanken. Es ist zwar nicht so wie bei den Menschen üblich, sich grosse Geschenke zu machen...aber auch ohne Geld kann man dem anderen etwas schenken.

Sicherlich könnte Paul, das Schaf, Blika Andersson, in dessen Zimmer er wohnt, um Geld bitten und damit neue Schleifen für Esmeraldas Ballettschuhe kaufen und ihr diese dann zu Weihnachten schenken.
Genauso gut könnte Esmeralda auch etwas für Paul kaufen...eine Glocke für sein Halsband vielleicht, oder ein neues Kissen, auf dem er schlafen kann. Aber auf diese Idee, Geld für ein Weihnachtsgeschenk auszugeben, kommen beide nicht.

Paul und Esmeralda haben im vergangen Jahr viel voneinander gelernt. Esmeralda hat von Paul gelernt, dass man niemanden besitzen kann. Dass es manchmal richtig ist, jemanden loszulassen, ihm Freiraum zu geben, damit er bleibt. Und Paul hat von Esmeralda gelernt, dass es manchmal gar nicht einfach ist, seine Gefühle auszuleben. Dass das manchmal traurig machen kann. Und dass man diese Traurigkeit dann mit einem Freund teilen kann - auch wenn das die Traurigkeit nicht vertreibt, sie aber leichter macht, sie besser zu ertragen ist vielleicht.

Das, was Paul und Esmeralda sich gegenseitig zu Weihnachten schenken, ist....Freundschaft. Denn Freundschaft ist immer das Schönste und Wichtigste, was man verschenken kann. Freundschaft ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Sie ist nicht immer einfach, tut oft auch mal weh... aber sie kostbar, unendlich kostbar sogar.

Einen wahren Freund kann nichts ersetzen....

Paul, das Schaf, und Esmeralda, die Ente, wünschen allen da draussen ein ebenso ruhiges und friedliches Fest, wie sie es sich selber wünschen....und denkt daran: das schönste Geschenk muss manchmal gar nichts kosten....

17.2.2000



Wenig Zeit für Paul


An manchen Tagen hat Blika Andersson, der Junge, in dessen Zimmer Paul, das Schaf wohnt, wenig Zeit. Manchmal kommt es auch vor, dass aus diesen Tagen Wochen werden, in denen Blika Andersson kaum zuhause ist. Und wenn er dann mal daheim ist, beschäftigt er sich mit anderen Dingen und nimmt sich nicht die Zeit, mit Paul, dem Schaf, zu sprechen.

Das geschieht nicht etwa aus böser Absicht oder Nachlässigkeit, sondern weil Blika Andersson davon ausgeht, dass Paul das schon verstehen wird. Und in den meisten Fällen tut Paul, das Schaf, das ja auch.

Von Zeit zu Zeit geschieht es dann jedoch, dass Paul eigentlich ganz viel zu erzählen hätte. Dinge, die er nur mit Blika Andersson besprechen kann oder möchte. Es müssen noch nicht einmal grosse oder wichtige Dinge sein, manchmal möchte Paul, das Schaf, Blika Andersson einfach nur von den Wolken erzählen, die er an diesem Nachmittag am Himmel gesehen hat. Oder ihm von einem Traum berichten, von einem schönen Erlebnis, von einem kleinen Gedanken...Paul - Dinge halt.

In diesen Momenten zieht Paul, das Schaf, sich dann zurück. Kuschelt sich ganz eng an das Kissen in Blika Anderssons Bett und denkt nach. Vielleicht grummelt er sogar ein wenig vor sich hin, ganz leise nur, damit es niemand hört. Aber lange macht ihm das meistens keinen Spass und er seufzt, weil er ja ganz genau weiß, dass Blika Andersson bald wieder Zeit für ihn haben wird.

Und so ist es dann auch. Irgendwann, wenn Blika Andersson Zeit und vor allem Ruhe hat, setzt er sich zu Paul auf das Bett, sieht ihn lange an. Manchmal lächelt er ein bisschen und sagt leise:"Ich höre Dir zu, auch wenn Du vielleicht ganz zu Recht vergessen hast, dass ich das kann...". Wenn Du Dich dann anstrengst und ganz leise bist, ganz genau hinhörst, kann es passieren, dass Du Paul leise antworten hörst:"Ich hab es nicht vergessen - ich vermisse es nur sehr...".Dann beugt sich Blika Andersson vor und streichelt Paul ganz sanft über die Stirn.

Solche Augenblicke sind selten, und es kommt vor, dass Paul, das Schaf, sie in seiner Traurigkeit vergisst. Aber wenn er sich dann an diese Augenblicke erinnert, kann er wieder lächeln und weiß, dass es immer eine Zeit geben wird, in der Blika Andersson sich Zeit nimmt für ihn. Nur für ihn. Diese Zeit gehört dann den beiden ganz alleine......und Du und ich, wir wollen sie dabei nicht stören...

01.02.2001


Wie Kathinka Suppengrün und Esmeralda zueinander gefunden haben

Inzwischen hast Du schon vieles über Blika Andersson und Paul, das Schaf gehört...darüber, dass Paul schon seit einiger Zeit bei Blika Andersson im Zimmer wohnt, manchmal ganz still ist...und natürlich auch über Esmeralda, die Schlafente.

Esmeralda hat auch ein Zuhause. Sicherlich weißt Du auch schon, dass Esmeralda und Paul nicht gerade nah beieinander wohnen - es liegen schon ein paar Kilometer dazwischen. Eigentlich sind es ja nur die Menschen, die Entfernungen in Metern oder so ausdrücken - alle anderen drücken es anders ganz anders aus. Vielleicht fragst Du Dich manchmal, woher Esmeralda eigentlich kommt, ob sie auch von einem anderen Stern gekommen ist....nein, ist sie nicht.

Esmeralda, die Schlafente, lebt auch im Zimmer von jemandem, beinahe so wie Paul, das Schaf. Das Mädchen, bei dem Esmeralda lebt, heißt Kathinka Suppengrün. Eigentlich heißt sie gar nicht so, aber so wird sie nun mal genannt. Kathinka Suppengrün und Esmeralda leben nun schon seit knapp zwei Jahren zusammen. Damals, vor zwei Jahren, haben die beiden sich gefunden. Es war ein warmer Sommertag und Kathinka Suppengrün spazierte mal wieder in ihre Lieblingsbuchhandlung. Dort konnte sie stundenlang ungestört in all den Büchern stöbern.

Aber an diesem Tag war etwas anders. An diesem Tag fiel Kathinka Suppengrüns Blick auf ein Regal, in dem viele der Stofftiere sassen, die man in dieser Buchhandlung auch kaufen konnte. Zwischen all den grossen Stofftieren sass ganz verloren...eine kleine gelbe Ente. Sie sah sehr traurig aus, und Kathinka Suppengrün ging langsam zu dem Regal und nahm Esmeralda heraus, ganz sanft setzte sie Esmeralda auf ihre Handfläche und sah sie lange an. Esmeralda guckte genauso lange zurück, in ihrem Blick lag Hoffnung...und ein bisschen Bockigkeit. Ganz so, als sei es letztlich ihre Entscheidung, was nun passieren würde. Vielleicht war es ja auch ganz genau so...Esmeralda fühlte sich offensichtlich wohl in dieser Hand - und in einem Zwiegespräch, dass wohl niemand sonst verstanden hätte, tauschten sie ein paar Dinge aus.

Esmeralda sagte Kathinka Suppengrün zum Beispiel, dass ihr Name Esmeralda sei und es daran nichts zu rütteln gäbe. Und Kathinka Suppengrün erzählte Esmeralda, dass sie manchmal ganz furchtbar einsam wäre in dieser grossen fremden Stadt und gerne jemanden hätte, an den sie sich einfach ankuscheln könnte... Seit diesem Tag lebt Esmeralda bei Kathinka Suppengrün. Es ist nicht immer leicht mit den beiden, denn wenn zwei Dickköpfe aufeinander treffen, kracht es halt von Zeit zu Zeit. Wichtig ist ja nur, dass Esmeralda und Kathinka Suppengrün sich immer wieder vertragen - und das tun sie auch.

Manchmal erzählt Esmeralda auch ein wenig von Paul, dem Schaf. Kathinka Suppengrün hört ihr zu und lächelt leise...und wehe, irgendwer lacht darüber, dass Esmeralda Ballettschuhe trägt - schliesslich ist es ein bekannter Fakt, dass Enten Ballett tanzen - das hast Du sicherlich auch schon mal gesehen....

11.02.2001


Vermissen und Abschied

Man mag sich fragen, ob es Paul, dem Schaf, eigentlich nie langweilig wurde, bei Blika Andersson im Zimmer zu leben. Natürlich gab es viele Dinge, die er tun konnte, wenn Blika Andersson nicht da war. Manchmal schrieb er kleine Zettel in seiner für Menschen unleserlichen Schrift voll, manchmal malte er mit Blika Anderssons Filzstiften bunte Bilder, manchmal sah er lange aus dem Fenster, manchmal sass er einfach nur auf dem Bett und dachte nach. Wenn Esmeralda, die Schlafente, zu Besuch war, taten sie einiges davon gemeinsam, hörten Musik und redeten - aber das weißt Du ja schon.

Blika Andersson wusste, dass Paul, das Schaf, wegen ihm damals in seinem kleinen Karton im Graben gelandet war. Aber er hatte Paul nie gefragt, warum er eigentlich gekommen war. Ein bisschen vielleicht auch deshalb, weil er es nicht wissen wollte - aber eigentlich war es Blika Andersson nicht wichtig, Paul danach zu fragen. Denn eines wusste Blika Andersson mit Gewissheit: Paul, das Schaf, war zu ihm gekommen. Nicht zu jemand anderem, nein, zu ihm. Und er wusste auch, dass das einen guten Grund gehabt haben musste. Also dachte er nicht weiter darüber nach.

Es gab Momente, in denen Blika Andersson manchmal über Paul, das Schaf nachdachte. Er fragte sich dann zum Beispiel, ob Paul glücklich war. Meistens erübrigte sich diese Frage von selbst - denn wenn Blika Andersson abends in seinem Bett lag und Paul auf seinem Bauch, dann konnte er ein kleines Lächeln sehen, das sich über Pauls Mund und Augen zog. Wer so lächelt, konnte nicht unglücklich sein.

Manchmal war Blika Andersson für ein paar Tage von Paul getrennt. Er vermisste ihn dann, wie man jemand vermisst, den man sonst tagtäglich um sich hat und nun plötzlich nicht mehr. Jemanden zu vermissen, ist nicht schlimm - denn wenn man jemand vermisst, zeigt das doch, wieviel uns dieser Jemand bedeutet. Und dass Blika Andersson Paul sehr gern hatte und er ihm viel bedeutete, wusste er, ohne darüber nachzudenken.

Er hatte Paul, das Schaf, auch nie gefragt, ob es einen Tag gab, an dem sich ihre Wege trennen würden. Einen Tag, an dem Paul ihn vielleicht verlassen würde. Er hatte ein wenig Angst vor diesem Tag, wusste aber auch, dass dieser Tag kommen würde. Blika Andersson dachte oft über diese Frage nach, wenn er ohne Paul, das Schaf, war. Oft hatten ihm diese Gedanken die Tränen in die Augen getrieben, er hatte einen Kloss im Hals bekommen. Nie mehr mit Paul reden, lachen, schweigen...nie mehr den Platz auf seinem Bauch für ihn freihalten... Blika Andersson schubste diese Gedanken dann ganz weit fort, weil sie ihm weh taten und traurig machten. Er musste dann auch immer an Esmeralda und Kathinka Suppengrün denken - und das machte ihm das Herz noch schwerer.

An einem Abend aber, als Blika Andersson ohne Paul, das Schaf, einschlafen musste, dachte er wieder über all diese Dinge nach. Und dann wusste er, was Paul antworten würde, wenn er ihn je nach ihrem Abschied fragen würde:

"Ich bin dann zwar nicht mehr körperlich bei Dir, und es stimmt, wir werden dann nicht mehr miteinander sprechen, lachen oder schweigen. Aber das ist auch nicht wichtig....ich werde oft an Dich denken und dabei lächeln, und Du wirst das genauso tun. Wir haben so viele schöne und traurige Dinge miteinander geteilt - viel voneinander gelernt....und all das wird doch in unseren Herzen sein, auch wenn wir uns nicht mehr sehen....ich werde Dich nie vergessen, genausowenig, wie Du mich je vergessen wirst. Ist das nicht ein schöner Gedanke?".

Blika Andersson lächelte. Sein Herz wurde wieder leicht, und der Kloss im Hals war auch verschwunden. Mit einer kleinen Träne im Augenwinkel drehte er sich auf die rechte Seite und schlief ein.

01.04.2001



Esmeralda auf Reisen

Esmeralda, die Schlafente, reist für ihr Leben gerne. Vielleicht liegt es daran, dass es in ihren Genen liegt. Wenn sie mitkriegt, dass Kathinka Suppengrün mal wieder anfängt, ihren grossen Rucksack zu packen, wird sie immer ganz aufgeregt. Sie kann es dann kaum noch abwarten, bis es endlich losgeht. Ungeduldig sieht sie dann Kathinka Suppengrün beim Packen zu und achtet darauf, in dem Chaos nicht unterzugehen. Das Schlimmste wäre schliesslich, wenn Kathinka Suppengrün sie einfach vergessen würde! Zum Glück ist das bisher noch nie passiert, aber man weiß ja nie...

Wenn Esmeralda auf Reisen ist, kann sie meist gar nicht genug bekommen von all den vielen Menschen, neuen und fremden Gerüchen, von den ganzen Dingen, die sie zu sehen bekommt. Sie steckt dann ihren Kopf aus der kleinen Seitentasche vom Rucksack und guckt neugierig umher. Am liebsten möchte sie alles gleichzeitig sehen, damit sie auch nichts verpasst. So vieles gibt es da zu sehen, und je mehr sie sieht, umso mehr kann sie dann Paul, dem Schaf, davon berichten.

Paul, das Schaf, mag es, wenn Esmeralda ihm von ihren Reisen berichtet. Nicht, dass es da draussen noch viel gäbe, was er nicht schon gesehen hat. Aber er hat es mit seinen Augen gesehen, nicht mit Esmeraldas Augen. Und das macht einen grossen Unterschied. Ausserdem ist Paul, das Schaf, im Zugfahren noch lange kein so grosser Experte wie es Esmeralda, die Schlafente ist. Sie kennt die einzelnen Stationen, die auf ihrem Weg liegen, ganz genau. Zu jeder noch so winzigen Stadt kann sie ihm Geschichten erzählen.

Sonst ist es doch eigentlich Paul, das Schaf, der viele Geschichten erzählen kann. Von Sternen, dem Himmel, Wiesen. Wenn Esmeralda ihm dann von den fremden Städten erzählt, lauscht er ganz still, wie sie die Namen ausspricht. Er schließt dann manchmal die Augen und versucht sich vorzustellen, wie diese Städte wohl aussehen mögen. Zusammen mit den Dingen, die Esmeralda ihm dann noch erzählt, bilden sich Bilder im Kopf von Paul, dem Schaf. Er mag diese Bilder sehr. Vielleicht gerade auch deshalb, weil er weiss, dass diese Orte in Wirklichkeit ganz anders aussehen als in seinem Kopf. Und deswegen findet er es dann auch nicht schlimm, dass er an vielen Orten noch nicht gewesen ist. Mit dem Kopf war er schon dort. Manchmal zeigt Esmeralda ihm auch Fotos oder bunte Landkarten. Auf den Karten zeigt sie Paul, dem Schaf dann genau, wohin sie gereist ist und welchen Weg sie gefahren ist.

So gerne Esmeralda auch reist - wenn es wieder heimwärts geht, ist sie meistens froh darüber. Endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können, vertraute Gesichter und Gerüche um sich zu haben, ist auch sehr schön. Und dann kann man abends, vor dem Einschlafen, von all den Dingen träumen, die man gesehen hat. Oder auch von denen, die man noch nicht gesehen hat....

25.04.2001



Paul auf Reisen

In letzter Zeit macht Paul, das Schaf, das bei Blika Andersson lebt, sich viele Notizen. Fast jeden Tag sitzt er auf dem Bett und schreibt. Viele kleine Zettel hat er schon vollgeschrieben in seiner unleserlichen Schaf-Schrift. Blika Andersson findet manchmal einige von den kleinen Zetteln und legt sie dann unter das Kissen von Paul, dem Schaf. So, wie er es immer tut mit Pauls Sachen. Zudem vermutet Blika Andersson, dass die Telefonrechnung in diesem Monat erheblich höher ausfallen wird als sonst. Und er hat nichts damit zu tun. Paul, das Schaf, scheint irgend etwas zu planen. Natürlich fragt Blika Andersson ihn nicht danach, er wartet lieber, bis Paul ihm von selber erzählt, was er vor hat.

Es dauert noch ein paar Tage, bis es endlich soweit ist. Eines Abends, als Blika Andersson schon fast eingeschlafen ist, zupft Paul, das Schaf, sanft an seinem T-Shirt. Blika Andersson öffnet die Augen und sieht Paul ganz nah vor sich. Leise erzählt ihm Paul dann von seinem Plan, erklärt ihm, wofür er sich die ganzen Notizen gemacht und so viel telefoniert hat.

Paul, das Schaf, will verreisen. Alleine. Paul, das Schaf, hat nämlich festgestellt, dass es wirklich mal an der Zeit ist, dass er Esmeralda, die Schlafente besucht. Und Paul, das Schaf, hat sowieso mal wieder Lust, zu verreisen. Er ist lange Zeit an einem Ort geblieben und ihn hat ein wenig das Fernweh gepackt. Blika Andersson hört ihm lange zu und nickt manchmal. Ein klein wenig traurig wird er dabei. Bis jetzt war es immer so, dass er manchmal für ein paar Tage verreist war, und er genau wusste, dass Paul, das Schaf, da sein würde, wenn er wieder nach Hause kommt. Diesmal wird es halt andersherum sein...Blika Andersson wird zu Hause sein, wenn Paul, das Schaf, von seiner Reise zurückkommen wird.

Und auf diesen Moment wird Blika Andersson sich sehr freuen. Am nächsten Morgen packt Blika Andersson dann eine kleine Tasche für Paul, das Schaf. Paul sitzt dabei und sagt ihm manchmal, was er bitte noch einpacken soll. Multivitamintabletten zum Beispiel. Die sind wichtig, besonders, wenn man verreist. Und das Fruchtshampoo...bald hat Paul, das Schaf, alles gepackt, was er unterwegs brauchen wird.

Als die beiden sich voneinander verabschieden, wissen sie, dass es nicht für sehr kurze Zeit, aber auch nicht für sehr lange Zeit sein wird. Und von der Minute an, in der Paul, das Schaf, unterwegs ist, freuen sich beide, Paul und Blika Andersson, auf ihr Wiedersehen.


Gewidmet meinem speziellen Kobold und dem Doktor.


04.07.2001


Pauls Rückkehr und Blika Anderssons Überraschung


Paul, das Schaf, ist endlich wieder zurück.

Viele Tage war Paul unterwegs gewesen, aber ein Schaf wie Paul misst Zeit nicht in Tagen. Paul, das Schaf, würde vielleicht sagen:
"Ich war so lange weg, dass ich Blika Andersson nicht zu viel und auch nicht zu wenig vermisst habe.". Nun jedenfalls ist Paul wieder da. Und mit ihm viele Geschichten, die er Blika Andersson natürlich erzählen will. Über die Zeit, die er mit Esmeralda, der Ente, verbracht hatte. über die Dinge, die sie gemeinsam erlebt hatten. Und natürlich auch all die kleinen Sachen, die er auf der Reise selber erlebt hatte. Paul, das Schaf, sprudelte förmlich über vor Dingen, die er unbedingt Blika Andersson erzählen wollte.

Aber zuallererst war Paul, das Schaf, sehr müde. Hundemüde sozusagen, auch wenn sich das bei einem Schaf vielleicht albern anhören mag. Blika Andersson legte sich neben Paul auf das Bett und sah ihm lächelnd dabei zu, wie ihm die Augen immer wieder zufielen und schliesslich ganz geschlossen blieben. Ein kleiner Seufzer kam über Pauls Lippen, und dann war er eingeschlafen.



Esmeralda, die Ente, und Paul, das Schaf, hatten sich auch viel zu erzählen gehabt. Und Esmeralda musste Paul so vieles zeigen...das Zimmer, in dem sie wohnte, der Park mit dem Teich, den sie so sehr mochte, besonders die lange Allee mit den schönen Bäumen...die Brücke über den Kanal, wo sie gerne sass und nachdachte. Gemeinsam entdeckten sie all diese Orte, und für Esmeralda war es, als würden diese Orte, die ihr doch so vertraut waren, nun ganz anders und neu aussehen und sich auch anfühlen. Jetzt, wo auch Paul, das Schaf, diese Orte endlich selber gesehen hatte. Die beiden haben auch viel zusammen gelacht, besonders dann, als Esmeralda von dem kleinen Sessel schwärmte, auf dem sie immer sitzen durfte, wenn sie bei einem Freund von Kathinka Suppengrün zu Besuch war. Es war ein klitzekleiner Gummisessel, aufblasbar. Er war genau richtig, als wäre er nur für sie gemacht worden.

Als Paul, das Schaf, endlich ausgeschlafen hatte, sprachen er und Blika Andersson lange über die vergangene Zeit, über das, was sie beide ohne den anderen erlebt hatten. Und nicht nur Paul hatte Neuigkeiten. Auch Blika Andersson konnte Paul, dem Schaf, etwas sehr Schönes erzählen. Er war nämlich Bruder geworden.
Tatsächlich - während Paul sich in der Weltgeschichte herumgetrieben hatte, hatte es bei Blika Andersson Nachwuchs gegeben. Eine kleine Schwester war geboren worden. Paul musste natürlich alles über sie erfahren. Und dann...dann flüsterte Blika Andersson ihm ganz leise den Namen von seiner neuen kleinen Schwester ins Ohr. Als Paul diesen Namen hörte, musste er leise quietschen. Vor Freude. Denn...der Name von Blika Anderssons neuer Schwester war... Paula.

Jedesmal, wenn Paul daran denkt, quietscht er vergnügt vor sich hin. Kann man doch eigentlich sehr gut verstehen, nicht?!

09.08.2001



Kranker Blika Andersson


Auch Blika Andersson, der Junge, bei dem Paul, das Schaf wohnt, wird manchmal krank. Und wenn Blika Andersson krank wird - dann richtig. Mit Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Fieber. Dann kann er kaum sprechen, um sein Bett türmen sich die benutzten Taschentücher und sein Kopf fühlt sich an wie Watte.Blika Andersson mag dann gar nicht viel tun. Er liest ein bisschen, hört Musik oder Hörspiele oder guckt fern. Und schlafen tut er natürlich - und zwar richtig viel. So viel, wie er normalerweise nie schlafen würde. Schön ist es dann auch, wenn er ab und zu eine schöne warme Suppe essen kann, denn grossen Hunger oder Appetit hat Blika Andersson dann eigentlich nicht.

Paul, das Schaf, lebt ja bekannterweise in Blika Anderssons Zimmer. Paul ist in solchen Momenten dann hin- und hergerissen. Einerseits möchte er gerne bei Blika Andersson bleiben. Weil...wenn man krank ist, findet Paul, braucht man ja auch Trost. Und vielleicht freut Blika Andersson sich ja auch darüber, wenn Paul, das Schaf, ihm ab und zu mal leise etwas erzählt oder ein kleines Liedchen summt...oder ihm eine Geschichte vorliest. Auch ganz leise. Oder wenn er sich einfach nur an Paul kuscheln kann.

Aber andererseits hat Paul, das Schaf, auch ein bisschen Angst davor, sich anzustecken. Und ein Schaf mit Schnupfen ist keine lustige Angelegenheit. Schliesslich kann Paul sich nicht die Nase putzen. Und Halsschmerzen... Paul will auch nicht mit einem Schal rumrennen, weil er findet, dass das nicht zu einem Schaf passt. Über Husten und Fieber mag Paul gar nicht erst nachdenken. Aber Blika Andersson einfach im Stich lassen? Das geht auch nicht.

Paul, das Schaf, ist in einem Zwiespalt. Wenn es Freunden schlecht geht, dann darf man sie doch auf gar keinen Fall alleine lassen.

Was Paul dabei vergisst: Blika Andersson würde niemals zulassen, dass er sich ansteckt. Also bastelt er einen klitzekleinen Mund- und Nasenschutz für Paul, das Schaf. Und achtet ganz doll darauf, ihn nicht anzuhusten und keine benutzten Taschentücher auf ihn zu werfen. Und wenn er mit Paul kuschelt, ist er auch ganz vorsichtig. Und natürlich achtet Blika Andersson gerade dann besonders darauf, dass Paul, das Schaf, jeden Tag seine Vitamintabletten trinkt.

Besser kann man ein Schaf gar nicht schützen....

29.09.2001


Wie es ist, wenn Blika Andersson und Paul nicht beisammen sind

Blika Andersson und Paul, das Schaf, erleben gerade keine leichte Zeit. Denn Blika Andersson lebt zur Zeit in zwei verschiedenen Städten. Und der Weg zwischen diesen beiden Städten ist kein kurzer Weg.

Als Blika Andersson die ersten Tage in der neuen Stadt war, hat er Paul, das Schaf, natürlich mitgenommen. Damit Paul sehen kann, wie er dort lebt, und damit Blika Andersson gerade in dieser Zeit nicht so ganz alleine ist. Tagsüber, wenn Blika Andersson nicht da war, hat Paul dieses neue Zimmer und den neuen Ort erkundet. Hat sich umgesehen, die Menschen angeguckt, auf die Geräusche gehört und manchmal auch geschnuppert, weil dieser neue Ort so ganz anders riecht. Er hat sich ein kleines bisschen an den neuen Ort gewöhnen können.

Und abends, wenn Blika Andersson dann wieder da war, hat Paul, das Schaf, genau zugehört, was er alles zu erzählen hatte. Manchmal hatte Blika Andersson gar keine grosse Lust zum Sprechen. Dann haben sich die beiden zusammen auf das Bett gelegt und einfach die Anwesenheit des anderen genossen.

An den ersten Wochenenden, wenn Blika Andersson dann wieder in die alte Stadt gefahren ist, hat er Paul, das Schaf, in seinem neuen Zimmer gelassen. Paul wollte das ganz gerne so. Er wollte sich daran gewöhnen, alleine dort zu sein, und ausserdem wollte er diesen neuen Ort ganz ganz genau kennenlernen, damit er immer genau weiß, wie es dort ist und wie sich Blika Andersson dort fühlt, was er sieht, wenn er morgens aufwacht und sich die Augen reibt.

Seitdem ist einige Zeit vergangen. Blika Andersson ist viel Zeit in der neuen Stadt. Und Paul, das Schaf, ist wieder in der alten Stadt. Er passt dort ein bisschen auf Blika Anderssons Zimmer auf. Und natürlich vermissen sich die beiden. Paul fällt das alles besonders schwer, weil er weiss, dass es Blika Andersson in der neuen Stadt nicht so gut geht. Das er dort viel alleine und manchmal sehr einsam ist. Paul wäre dann gerne bei ihm, um ihn zu trösten und für ihn da zu sein. Aber er weiß auch, dass es Blika Andersson schon hilft, wenn er weiß, dass Paul in Gedanken ganz oft bei ihm ist. Außerdem hat Blika Andersson in seinem neuen Zimmer ein paar kleine Dinge, die ihn erinnern.

Eigentlich braucht er keine Dinge, um erinnert zu werden. Das weiß Paul, das Schaf, natürlich auch - aber es macht ihn trotzdem froh zu wissen, dass Blika Andersson ein paar Dinge bei sich hat, die ihn eben doch ein bisschen erinnern.


26.10.2001


Eifersucht I


Auch eine Ente wie Esmeralda, die Schlafente, hat manchmal mit Eifersucht zu kämpfen. Sie ist zwar nur eine Ente - aber wenn man jemanden lieb hat, ist es egal, wer oder was man ist. Esmeralda ist also ein klein wenig eifersüchtig. Manchmal. Nicht immer. Aber...jetzt hat es sie wieder mal gepackt. Sie sitzt in ihrer Ecke und grummelt und schimpft leise vor sich hin. Kathinka Suppengrün weiß, daß sie ihrer kleinen Ente dann erstmal etwas Ruhe gönnen muß.

Spät nachts, wenn Kathinka Suppengrün schon beinahe eingeschlafen ist, wird Esmeralda, die Schlafente, dann mitteilsam. Sie rutscht ganz nah an Kathinkas Ohr und teilt ihr dann mit, was sie belastet... Es geht natürlich um Paul, das Schaf. Paul, der inzwischen mit Blika Andersson in eine andere Stadt gezogen ist und dort in Blika Anderssons Zimmer wohnt. Esmeralda, die Schlafente, hat Paul sehr lieb. Und weil sie ihn so lieb hat, möchte sie, daß es ihm gut geht, daß er glücklich ist. Wenigstens ein bißchen. Paul ging es in letzter Zeit nicht besonders gut...und wenn es Paul, dem Schaf, nicht gut geht, dann leidet auch Esmeralda. Sie konnte nicht viel für ihn tun - zuhören, für ihn da sein. Esmeralda hat es gut getan, von Paul gebraucht zu werden. Es hat sie beschäftigt, ihr wieder einmal bewußt gemacht, wie wichtig Freunde sind. Paul und Esmeralda haben in der letzten Zeit sehr viel miteinander gesprochen und aneinander gedacht. Esmeralda hatte sich schon ein wenig daran gewöhnt, jeden Abend vor dem Einschlafen noch einmal mit Paul zu sprechen, sei es auch nur kurz. Seit einigen Tagen ist das nicht mehr so - die beiden sprechen wieder weniger miteinander, und Paul, das Schaf, unternimmt wieder öfter Dinge, die nichts mit Esmeralda zu tun haben.

Und nun hat die kleine Schlafente das Gefühl, daß sie nicht mehr gebraucht wird. Damit kommt sie nicht gut klar. All das teilt sie Kathinka Suppengrün mit - und die muß sich einige Male das Lächeln verkneifen. Eine kleine eifersüchtige Schlafente...dass Esmeralda zickig ist, wußte Kathinka schon längst...aber eifersüchtig? Warum nur? Esmeralda, die Schlafente, kann es selber nicht so ganz erklären. Tief innen drin weiß sie ja, dass sie keinen Grund hat, auf irgendwen oder irgendwas eifersüchtig zu sein...aber manchmal ist der Kopf sehr vernünftig und das Herz...das fühlt ganz anders.

07.03.2002



Eifersucht II


Eifersucht ist eine wirklich schwierige Angelegenheit. Es gibt Leute, die meinen, dass Eifersucht keinen Platz hat, wenn man sich wirklich lieb hat und einander vertraut. Weil es dann niemals Grund geben kann für Eifersucht....

Seitdem Esmeralda, die Schlafente, mit Kathinka Suppengrün über ihre Eifersucht gesprochen hat, haben beide viel darüber nachgedacht. Und Esmeralda hat auch mit Paul, dem Schaf, darüber gesprochen. Und der wiederum hat auch mit Blika Andersson darüber geredet...so unterschiedlich die Vier sind, so unterschiedlich ist auch ihre Meinung darüber. Denn es gibt ja auch keine "richtige" Meinung über Eifersucht.

Esmeralda und Kathinka Suppengrün sind sich einig, dass Eifersucht sehr wohl Platz hat, wenn man jemanden lieb hat und dieser Person vertraut. Weil Eifersucht nicht immer etwas mit Vertrauen zu tun hat. Manchmal ist man halt eifersüchtig, weil man befürchtet, dass der andere einen nicht mehr so braucht. Oder gar über bestimmte Dinge nun mit einer anderen Person spricht. Wenn so etwas passiert, bekommt man ein ganz blödes Gefühl im Bauch und fühlt sich hilflos. Denn eifersüchtig möchte man ja nicht absichtlich sein...es passiert einfach. Wenn Paul, das Schaf, Esmeralda dann sagt, dass sie sich keine Sorgen zu machen braucht, weil er sie doch noch genauso lieb hat, geht das Gefühl ein bisschen weg. Dann kann Esmeralda, die Ente, wieder leichter atmen. Und Kathinka Suppengrün geht es dann auch wieder besser.

Blika Andersson und Paul, das Schaf, sehen das mit der Eifersucht ein bisschen anders. Paul kennt Eifersucht gar nicht, weil er so etwas noch nie empfunden hat. Daher fällt es ihm auch ein bisschen schwer, Esmeraldas Gefühle zu verstehen. Aber als Blika Andersson ihm dann erklärt, wie sich Eifersucht anfühlen kann, versteht er es ein wenig. Paul kennt das Gefühl, wenn Blika Andersson nicht viel Zeit hat für ihn oder mit anderen Dingen beschäftigt ist. Er würde das zwar nicht als Eifersucht bezeichnen, aber vielleicht ist es beinahe so....

Und Blika? Blika Andersson findet Eifersucht nicht schlimm. Weil sie doch auch zeigt, wie wichtig man einander ist. Natürlich darf Eifersucht nie bedeuten, dass man den anderen besitzen will - denn man kann einander doch nicht besitzen. Aber wichtig sein füreinander, das geht. Und deswegen beschließen die Vier, dass Eifersucht manchmal in Ordnung ist, und gar nicht so schlimm. Aber man muss es auch zulassen können, wenn der andere, wegen dem man eifersüchtig ist, die Gründe für das eifersüchtig sein beseitigt...denn an Gefühlen, die traurig machen, darf man sich nicht festhalten.

03.06.2002


Verzeihen und Vertrauen


Paul, das Schaf, das in Blika Anderssons Zimmer wohnt und Esmeralda, die Schlafente, sind nun schon eine lange Zeit befreundet. Und je länger sie sich kennen, um so besser lernen sie einander kennen - und um so enger wird ihre Freundschaft. In den letzten Monaten ist kaum ein Tag vergangen, an dem sie nicht miteinander gesprochen haben. Blika Andersson würde wohl über Esmeralda sagen, dass sie Pauls beste Freundin geworden ist...wenn man Freunde überhaupt in solche Kategorien einteilen kann.

Esmeralda hat manchmal das Gefühl, dass Paul sie so gut kennt wie niemand sonst - und auf eine gewisse Weise stimmt das sogar. Denn Paul, das Schaf, weiß so viele Dinge von Esmeralda, die sie niemandem sonst erzählt...vielleicht auch, weil niemand sonst auf die Idee kommen würde, sie nach diesen Dingen zu fragen. Aber Paul - der fragt halt. Und wenn Paul Esmeralda danach fragt, wie es ihr geht, dann weiß sie ganz genau, dass er das nicht aus Höflichkeit fragt, sondern deshalb, weil es ihn wirklich interessiert.

Umgekehrt ist es genauso. Esmeralda weiß so viele Sachen über Paul, dass sie manchmal glaubt, ihn besser zu kennen als sich selbst. Natürlich ist das sehr naiv gedacht von der kleinen Schlafente, aber es ist ein angenehmes und warmes Gefühl, jemanden so gut zu kennen.

Die beiden sind Freunde. Gute Freunde. Aber auch Freunde machen manchmal Dinge falsch. Esmeralda ist ab und zu ein wenig vorschnell und spricht schneller, als sie denkt. Und dann purzeln ihr Sachen aus dem Schnabel, die sie so gar nicht sagen wollte.

Leider kommt es dann schon mal vor, dass sie etwas erzählt, was sie gar nicht erzählen wollte. Und wenn es dann auch noch etwas ist, was Paul ihr anvertraut hat, dann....dann tut Esmeralda das sehr leid. Sie ist halt nur eine Schlafente, die auch Fehler macht. Unter Freunden verzeiht man sich solche Fehler, auch wenn es schwer fällt bisweilen.

Aber es gibt auch wirklich schlimme Fehler, wo es dem anderen dann schwer fällt, einfach so zu verzeihen. Vielleicht denkt Paul, das Schaf, sogar darüber nach, dass er Esmeralda nicht mehr alles erzählen wird über sich, damit so etwas nicht mehr passieren kann. Dabei sollte Paul ja eigentlich wissen, dass Esmeralda das nicht ertragen könnte - das wäre ja beinahe so, als würde man ihr etwas wegnehmen, was ihr besonders lieb und wertvoll ist. Denn die Freundschaft zu Paul, die ist ihr sehr kostbar. Wenn Esmeralda das Gefühl haben müsste, dass Paul ihr nicht mehr vertraut, ihr Dinge nicht mehr erzählt - dann würde sie sehr traurig werden. Und eine traurige Schlafente...das ist kein schöner Anblick.

Aber natürlich kann Esmeralda Paul auch nicht dazu zwingen, ihr zu verzeihen und wieder zu vertrauen. Alles, was sie ihm sagen kann, ist: "Du bist doch schliesslich mein Freund, und ich bin Deine Freundin....?"

14.08.2002



Umzug in die neue Stadt

In den letzten Wochen hat sich einiges im Leben von Blika Andersson, Paul, Kathinka Suppengrün und Esmeralda, der Schlafente, getan. Hauptsächlich im Leben der beiden Mädels, aber Paul und Blika Andersson haben natürlich regen Anteil daran genommen.

Kathinka Suppengrün und Esmeralda, die Schlafente, sind nämlich umgezogen. Sie haben einen langen Weg mit viel Gepäck und einigen Tränen in den Augen hinter sich gebracht. Manchmal muss man Dinge in seinem Leben verändern, auch wenn es nicht angenehm oder leicht ist und weh tut.

Die beiden haben der alten Stadt den Rücken gekehrt und leben nun seit einigen Wochen in einer neuen kleinen Wohnung. Das allererste Mal alleine zu zweit, denn vorher gab es ja immer noch den Kobold und die Maus, die auch eine gute Freundin von Esmeralda ist. Eigentlich funktioniert das Zusammenleben ganz gut, und Esmeralda freut sich jeden Tag über den kleinen Balkon, denn so was gab es in der alten Stadt nicht. Sie kann jetzt schon kaum den Frühling erwarten, wenn sie dort in der Sonne sitzen und den Vögeln und Wolken zusehen kann.

Durch den Umzug hatten Kathinka Suppengrün und Esmeralda, die Schlafente, eine furchtbar lange Zeit kein Telefon. Also konnte Esmeralda immer nur ganz kurz mit Paul, dem Schaf, sprechen. Weil sie ihm da nicht alles erzählen kann, denkt sie sehr viel an ihn und überlegt sich viele Sachen, die sie ihm erzählen wird, wenn sie endlich wieder richtig miteinander sprechen können. Inzwischen ist daraus schon ein ganz langer Zettel geworden. Esmeralda, die Schlafente, kann nicht besonders gut schreiben. Für einen kleinen Gruss an Paul reicht es gerade, aber es gibt viele grosse und schwierige Worte, die sie nicht bewältigen kann. Diese Worte sagt sie dann Kathinka Suppengrün, und die schreibt die grossen Worte sorgfältig für sie auf. Abends, vor dem Schlafengehen, muss Kathinka Suppengrün dann den ganzen Zettel vorlesen, damit Esmeralda weiß, was dort alles schon steht und ob sie vielleicht etwas vergessen hat. Nachts liegt der vollgeschriebene Paul-Zettel dann unter ihrem gemeinsamen Kopfkissen.

Paul, das Schaf, hat auch ein wenig unter dem Umzug gelitten. Zum einen, weil er sich gewünscht hatte, dass er mit Blika Andersson gemeinsam zu einem letzten Besuch in die alte Stadt von Esmeralda fahren könnte – zum anderen, weil er so lange Zeit nur wenig von Esmeralda gehört hat. Paul hat oft an Esmeralda gedacht und sich fest gewünscht, dass es ihr gut geht. Kurz nach dem Umzug hat Esmeralda, die Schlafente, ein kleines Fotoalbum geschickt, in dem sie viele Fotos aus der alten Stadt eingeklebt hat. Natürlich hat Kathinka Suppengrün ihr ein wenig dabei geholfen. Jetzt kann Paul, das Schaf, sich die Fotos immer dann ansehen, wenn ihm danach ist.

Eines Abends fasst sich Paul, das Schaf, ein Herz und zeigt Blika Andersson das kleine Album. Ganz langsam blättern die beiden durch die Seiten, und dann sagt Blika Andersson zu Paul, dem Schaf:„Bist Du sicher, dass ich diese Fotos noch nie vorher gesehen habe? Zum Beispiel das hier mit dem Kopfsteinpflaster? Das kommt mir alles so vertraut vor, als ob ich schon Bilder davon gesehen hätte – oder selber dort gewesen wäre…“ Paul, das Schaf, lächelt leise. Er hat Blika Andersson so oft von diesem Ort erzählt, dass es nun so ist, als seien sie gemeinsam dort gewesen….


26.11.2002


Leichte und schwere Zeiten

Es gibt Momente, da hat Blika Andersson Angst, dass es einmal etwas gibt, das Paul, das Schaf, das in seinem Zimmer wohnt, ihm nicht verzeihen kann. Natürlich klingt das schwer vorstellbar, was sollte das sein, was könnte so schlimm sein? Aber es gibt einfach viele Dinge, die man sich so gar nicht vorstellen kann – und die trotzdem passieren können. Blika Andersson will Paul, das Schaf, nicht traurig machen. Er würde sich dann mies fühlen, weil er der Grund für Pauls Traurigkeit ist. Was ist, wenn Paul, das Schaf, eines Tages sagt: „Nein, das ist zuviel, das geht nicht, das kann ich nicht aushalten?“. Würde man Paul, das Schaf, danach fragen, würde er sicher sagen, dass so etwas kaum passieren kann….aber dennoch könnte es passieren. Aber nicht bei Blika Andersson, und Paul, dem Schaf…weil ihre Freundschaft dafür viel zu stark, zu tief und zu vertraut ist…weil Verzeihen einfach dazu gehört, auch wenn es vielleicht manchmal schwer fällt.

Auch Esmeralda plagen Sorgen. Kathinka Suppengrün, bei der die kleine Schlafente lebt, geht es nicht besonders gut. Anders als in der alten Stadt, aus der die beiden in die neue Stadt gezogen sind, hat sie keine richtige Beschäftigung. Sie verbringt sehr viel Zeit zuhause. In der ersten Zeit hat sich Esmeralda sehr darüber gefreut – immerhin konnte sie da viel mit Kathinka reden oder spielen, sich in der neuen Umgebung einleben und einrichten, die neue Stadt entdecken…aber selbst eine Schlafente wie Esmeralda merkt, dass Kathinka nicht glücklich ist. Natürlich hat Kathinka die freie Zeit auch erst mal genossen…aber jetzt…jetzt hat sie das Gefühl, überflüssig zu sein. Keiner scheint sie wirklich zu brauchen – in beruflicher Hinsicht. Und das ist fast noch schlimmer als die Geldsorgen…Esmeralda mag es gar nicht, wenn Kathinka nicht fröhlich ist. Sie sitzt oft nur da, guckt aus dem Fenster und sagt kein Wort…Alle Aufmunterungsversuche von Esmeralda nützen nicht wirklich etwas.

Abends im Bett kuschelt sich Esmeralda - ganz anders als sonst - eng an Kathinka Suppengrün. Kathinka lächelt ein wenig. Sie stubst Esmeralda an und erklärt ihr dann leise, dass es ihr sicher bald besser gehen wird. Und dass sie zur Zeit manchmal nicht sprechen mag, weil sie sich viele Gedanken macht – und dass es einfach auch Zeiten im Leben gibt, wo nichts so läuft, wie man sich das vorgestellt hat…und irgendwann kommen wieder gute Zeiten…sorgenfreie Zeiten für Paul, Blika Andersson, Esmeralda und Kathinka Suppengrün…..irgendwann.

by alannis und m.

28.03.2003


Neuigkeiten

Vieles ist in den letzten Monaten passiert. Mal wieder. Nicht nur gute Dinge, auch viele nicht so schöne Dinge. Paul und Esmeralda hatten sich viel zu erzählen, weil sie gerne ihre Erlebnisse miteinander teilen.

Die kleine Esmeralda war vor ein paar Monaten etwas arg tolpatschig und ist gefallen. Eine große Treppe runter, und sie hat sich dabei ziemlich weh getan. Paul war sehr traurig, als er das gehört hat. Aber inzwischen ist Esmeralda wieder guter Dinge, und sie zeigt ihre große Narbe ganz stolz jedem, der sie sehen will.

Paul, das Schaf, das bei Blika Andersson wohnt, hat auch einiges zu erzählen gehabt. Blika Andersson hat ganz schön viel Streß gehabt, und davon bleibt Paul dann nicht verschont. Er hat sich manchmal schon Sorgen gemacht, weil Blika Andersson so viel unterwegs war und oft viel zu wenig geschlafen hat. Aber er weiß ja, dass Blika Andersson regelmäßig seine Brause-Vitamintabletten trinkt, und das beruhigt ihn dann ein wenig.

Paul hatte also viel Zeit zum Nachdenken. Und diese Zeit hat er auch gut genutzt. Er hatte vieles, worüber er sich so seine Schaf-Gedanken machen konnte. Neben dem Unfall von Esmeralda gab es auch noch etwas Schönes, worüber er sich mit der Ente gemeinsam freuen konnte.

Denn...Esmeralda hat sich verliebt. Und sie wird wiedergeliebt! Ein Enterich aus Franken hat ihr Herz erobert, ganz langsam und behutsam, und dann ging doch alles ganz furchtbar schnell. Esmeralda erzählt gerne von ihrem Enterich, und Paul gefällt es, dass sie glücklich ist. Dass sie jemanden gefunden hat, der sein Leben gerne mit ihr teilen möchte und immer für sie da ist. Natürlich ist Paul auch immer für Esmeralda da, aber auf eine andere Art und Weise.

So wie Esmeralda oft vor dem Einschlafen noch mit Kathinka Suppengrün über diese schönen Dinge flüstert, erzählt Paul abends im Bett auch Blika Andersson von all den Erlebnissen, die ihn bewegen. Da liegt er ganz nah an Blika Anderssons Kopf, weich wie eine kleine Wolke, spricht mit leiser Stimme...und dabei kann Blika Andersson dann wunderbar einschlafen und träumen...von Wolken, Kastanien und Seesternen, die sprechen können.

Dedicated to Rondrigo.

17.08.2003


Ein neuer Freund

Es war mal wieder soweit. Morgen würde der Enterich Rondrigo endlich wieder zu seiner heißgeliebten Ente Esmeralda fahren. Er hatte bereits seine ganzen Siebensachen gepackt und war schon ganz aufgeregt, weil er endlich mit seiner Süßen schnäbeln konnte.

Vorher aber hatte Rondrigo sich noch etwas überlegt. Am Mittwoch nämlich sollte Esmeralda zum Doktor gehen und sich dort o p e r i e r e n lassen. Ein schweres Wort. Die arme Esmeralda hatte sich nämlich bei ihrem schlimmen Sturz vor ein paar Monaten ganz arg den Schnabel verbogen und hatte seitdem Probleme damit. Nun sollte ihr also der Doktor den Schnabel wieder gerade biegen und die Stücke ersetzen, die damals herausgebrochen waren. Rondrigo, der Enterich, wusste, dass Esmeralda, seine kleine Ente, nach solchen Besuchen beim Doktor immer ganz furchtbar schlecht gelaunt war und ganz betrübt, weil so ein Doktor einem manchmal wehtun muss, damit er richtig helfen kann. Rondrigo würde aber leider nicht bei Esmeralda bleiben können, und darum bat er einen alten Freund um Hilfe.

Er rief mit seinem Telefon in Transsylvanien an, das ist ein Land gaaaaaaaaaaanz weit weg mit vielen Bergen und ganz riesigen alten Wäldern. Er rief also dort an und bat seinen alten Freund Vladimir, ob er nicht vorbei kommen könnte. Natürlich sagte Vladimir sofort Ja und flog noch in derselben Nacht los. Gerade noch rechtzeitig kam er am nächsten Morgen an, um sich bei Rondrigo im Haus zu verstecken. Verstecken, fragst Du? Nun...Vladimir war eine Vampirfledermaus und die mögen nun mal keine Sonne. Manche Leute behaupten sogar, Vladimir wäre ein kleiner Vampir und würde im Sonnenlicht verglühen. Aber das sind natürlich nur Geschichten.

Rondrigo unterhielt sich lange mit seinem Freund Vladimir und erzählte ihm davon, dass es Esmeralda häufig so schlecht ging. Er fragte Vladimir, ob er nicht für eine Weile zu der Schlafente ziehen wolle, um dort auf sie aufzupassen, wenn er nicht bei ihr sein könnte. Vladimir musste nicht lange überlegen - er hatte ohnehin in Transsylvanien ein bisschen Ärger mit ein paar Bauern. Deshalb willigte Vladimir grinsend ein...und dieses Grinsen könnte einem schon ein wenig Angst machen, wäre man nicht mit Vladimir befreundet.

Vladimir bat seinen alten Freund Rondrigo, den Enterich, dann doch noch um einen kleinen Gefallen. Die Vampirfledermaus hatte nämlich manchmal, wenn sie in einer fremden Stadt war, ein bisschen Angst im Dunkeln. Das darf natürlich keiner wissen, die anderen Fledermäuse würden sich sonst sehr amüsieren über den armen Vladimir. Rondrigo hatte aber sofort eine Idee, wie er Vladimir da helfen könnte und er schenkte seinem Freund eine schön gruselige Lampe, an der sogar eine kleine Spinne wohnt. Diese Spinne ist allerdings so mürrisch, dass sie niemand ihren Namen verraten will.

Also packte der Enterich Rondrigo die Lampe noch zu seinen anderen Siebensachen, nahm Vladimir mit in sein Auto, wo dieser am Rückspiegel kopfüber nach unten hängen konnte. Das verunsicherte Rondrigo zwar ein wenig, aber dennoch machten sie sich gemeinsam auf zu Esmeralda in die große Stadt.

written by Rondrigo

24.08.2003



Pinguine habens oft nicht leicht

Vermutlich wusstest Du noch gar nicht, dass Esmeralda einen Freund mit dem wunderschönen Namen Knut hat. Knut ist übrigens ein Pinguin, nur so nebenbei. Die beiden – also Esmeralda, die Schlafente und Knut, der Pinguin, kennen sich jetzt schon einige Jahre. Während dieser Zeit gab es immer wieder gute und schlechte Momente – aber das hat die beiden nur noch enger zusammen geschweißt. Knut, der Pinguin, ist kein sehr einfacher Charakter. Er ist oft launisch, manchmal meldet er sich wochenlang nicht bei Esmeralda, dann wieder täglich. So wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Wenn Esmeralda, die Schlafente, ihn nach dem Grund fragt, wieso er sich so unregelmäßig meldet, zuckt Knut mit den Schultern. „Ich bin halt so. Und an manchen Tagen bin ich so, dass ich Dir das nicht zumuten mag“. Eigentlich könnte man denken, dass das sehr nett ist von Knut, dem Pinguin. Aber Esmeralda wäre es beinahe lieber, wenn er sich auch meldet, wenn es ihm mal nicht so gut geht. Genau dann. Weil es ihm dann vielleicht gut tun würde, wenn er mit Esmeralda spricht. Weil sie ihn dann ablenken kann, oder trösten…aber Knut ist Knut und sieht das nun mal anders.

In den letzten Monaten ging es Knut immer schlechter. Er hatte das Gefühl, immer tiefer in ein großes Loch zu fallen, so weit zu fallen, dass es kein Zurück mehr gibt. Er hat immer wieder versucht, aus diesem Loch zu krabbeln…aber vielleicht kennst Du das ja: manchmal hat man kaum noch Kraft dazu, wird immer schwächer. Aber Knut hat es mit einer letzten großen Anstrengung geschafft. Er ist zwar noch längst nicht wieder aus dem großen Loch heraus, aber schon ein Stück weiter oben am Tageslicht. Und er hält sich sehr gut fest. Warum es Knut so schlecht geht? Nun…kennst Du das, wenn man nach etwas süchtig ist? Wenn man etwas immer und immer wieder will, obwohl man ganz genau weiß, dass es nicht gut ist? Dass es sogar krank macht? Und trotzdem kann man einfach nicht damit aufhören, weil man sich einbildet, dass es einem doch ganz gut tut und alles viel leichter macht? So geht es Knut. Aber jetzt tut er was dagegen. Er lässt sich helfen – und weil er sich helfen lässt, hilft er sich selber damit auch. Hört sich ganz schön kompliziert an…und ist es auch, irgendwie.

Und Esmeralda? Die wußte die ganze Zeit, wieso es Knut, dem Pinguin, so schlecht ging. Aber wenn sie mit ihm darüber sprechen wollte, hat Knut angefangen, von anderen Dingen zu reden. Von blauem Licht, von Oliven oder anderen Sachen. Nicht besonders hilfreich, wenn man mit jemand, der einem so wichtig ist, über ernste Dinge sprechen mag. Aber nun ist beinahe alles wieder gut. Es wird noch ein langer Weg sein für Knut…aber Esmeralda hat ihm versprochen, dass sie immer für ihn da ist…weil sie so viel verbindet, weil sie einander so viel bedeuten. Und weil das einfach so sein muss.

05.03.2004


Der Pinguin im Wasserglas

Knut, der Pinguin, ist traurig, weil seine liebe Freundin Esmeralda so komige Sachen über ihn denkt. Esmeralda, die Schlafente, kennt ihr doch noch, oder?

Also, Esmeralda glaubt zu wissen, weshalb es Knut so schlecht geht. „Die hat doch keine Ahnung!“, denkt Knut. Ihr werdet Euch sicher fragen, warum die beiden nicht darüber reden, wenn sie doch so gut befreundet sind - und das sind sie wirklich. Dabei vergisst Esmeralda, die Schlafente, immer wieder, dass Knut sie sehr genau kennt und Esmeralda hat selbst schon genug Probleme, auch ohne Knut. Deshalb hat sich Knut auch oft so lange nicht bei dem Federvieh gemeldet, um sie nicht auch noch mit seinen Problemen zu belasten.

„Außerdem bin ich ein Pinguin“, sagt sich Knut, „und wir Pingus schaffen so was auch schon alleine!“. Dabei weiß er genau, dass es eigentlich gar nicht stimmt und er Esmeralda braucht. Gerade das wird ihm jedes Mal wieder aufs Neue klar, wenn er mit der süßen Schlafente zusammen ist. Eines Tages hat Knut den Schnabel voll von seinen Problemen, seiner Krankheit und von allem, was ihn traurig macht. Da hat sich Knut überall Hilfe gesucht, auch bei Esmeralda, die ihm am meisten von allen und noch mehr geholfen hat. Schon geht es Knut besser, aber noch nicht so richtig gut, da fehlt ihm noch irgendwas. Knut kann nämlich noch nicht wieder fliegen…ihr wisst doch, dass man Pinguine auch die Vögel im Wasser nennt, oder? Aber auch das mit dem Fliegen kommt irgendwann noch, das weiß Knut ganz sicher und vertraut dabei auf Esmeraldas Hilfe.

Einen klitzekleinen anderen Grund gibt es aber auch noch, warum Knut traurig ist, oder war: Knut wäre gerne ein Wolf gewesen, aber das ist eine andere Geschichte….

März 2004 by TaleTeller

07.04.2004



A Duck With Constant Sorrows


Mal wieder ist das Leben von Kathinka und ihrer Schlafente Esmeralda in Aufruhr. Vor wenigen Tagen sind sie zusamen mit all ihren Sachen mit Rondrigo und Vladimir in eine schöne neue Wohnung gezogen. Esmeralda ist zwar noch ganz schön stinkig, weil sie ein paar Wochen im Keller in einer dunklen Umzugskiste hausen musste (Kathinka hatte einfach so viel um die Ohren, dass sie Esmeralda aus Versehen dort hineingepackt hatte), aber sie freut sich insgeheim besonders über die tollen Dachgauben, die die ganze Wohnung supergemütlich machen und wo sie kuschlig sitzen und die Leute auf der Straße oder die vielen Züge beobachten kann.

Das fast Beste an dem Umzug - aus Esmeraldas Sicht - ist, dass sie nun ganz in der Nähe von Paul, dem Schaf, und Blika Andersson wohnen. Endlich kann sie Paul, das Schaf, viel öfter sehen und ihm ganz direkt und persönlich all die wichtigen Dinge in sein wuscheliges Ohr flüstern und hören, wie er leise kichert oder seufzt - wie Schafe das nun mal tun.

Jetzt fragt ihr Euch sicher, was denn nun mit Knut, dem Pinugin ist? Ob Esmeralda und Kathinka ihn im Stich gelassen haben..? Sicher mag das für manchen von Euch so aussehen - und Knut, der Pinguin, wird das ganz ähnlich empfinden.

Aber eigentlich ist es ein wenig anders.Knut, der Pinguin, glaubt leider, dass er nur mit Kathinka und Esmeralda, der Schlafente, zusammen glücklich sein kann. Und Esmeralda hat oft gehört, dass Kathinka darüber laut geschimpft hat. Und selbst die kleine Ente weiß, dass man niemals sein eigenes Glück von einem anderen Menschen abhängig machen kann. Man ist für sein Leben selber verantwortlich - und wenn man dann jemanden findet, mit dem man sein Leben teilen kann, ist das so wie ein Sahnehäubchen obendrauf. Wenn man alleine schon nicht glücklich oder zufrieden ist, funktioniert das mit einem anderen Menschen auch nicht.
Ganz schön schwierige Gedanken, die sich Esmeralda, die Schlafente da so macht - aber sie hat Recht. Und genau das versteht Knut, der Pinguin, nicht. Aber deswegen hat ihn Esmeralda nicht weniger lieb. Sie wünscht sich sehr, dass sie auch weiter befreundet bleiben können, wenn sie jetzt wieder weiter weg wohnt. Denn Esmeralda findet nach wie vor, dass Knut, der Pinguin, ein ganz toller Pinguin sein kann - und es schön wäre, wenn er weiter ein Teil ihres Entenlebens bleiben könnte.

Aber Kathinka erklärt Esmeralda dann, dass es auch ganz viel an Knut, dem Pinguin, liegt, ob diese Freundschaft bestehen kann. Dass er vielleicht zu unglücklich dafür ist oder zu wenig Kraft dafür hat oder lieber einen Schlussstrich ziehen mag...so ganz versteht die Ente das nicht, aber sie weiß, dass sie Knut, den Pinguin, nicht zu einer Freundschaft zwingen kann. Und auch, dass sie gar nicht mag, wenn er ihr ein schlechtes Gewissen macht, weil sie weggezogen ist...denn eigentlich sollten Freunde sich einfach füreinander freuen, wenn der andere glücklich ist oder sich für eine neue Lebensrichtung entschieden hat...

Jetzt müssen wir wohl einfach abwarten, wie es weitergeht mit Knut und Esmeralda..

10.10.2005


Das Murmeltier Trude und wie es in die Sache verwickelt wurde


Eines Tages geschah es, dass Esmeralda, der Schlafente, ein ganz seltsames Tier über den Weg lief. So ein Tier hatte sie noch nie gesehen. Es war mürrisch und wollte immerzu schlafen, aber ab und zu konnte dieses Tier auch unheimlich lustig sein.

Irgendwann stupste Esmeralda das Tier vorsichtig an und stellte sich vor. "Hallo, ich bin Esmeralda, die Schlafente. Und wer bist du?". Das Tier beschnupperte sie ausgiebig und meinte dann: "Mein Name ist Trude und ich bin ein Murmeltier.".

So kam es, dass Esmeralda ein Murmeltier kennen lernte. Nun müsst ihr wissen, Murmeltiere sind zwar gesellige Tiere, aber nicht immer ganz einfach. Und gerade Trude war da ein besonders schwieriges Exemplar. Trotzdem machte es Esmeralda immer wieder Spaß, mit Trude zu reden, ihr zuzuhören oder mit ihr Quatsch zu machen. So ein Murmeltier trifft man schließlich auch nicht jeden Tag.

Trude lernte auch Paul, das Schaf, kennen und auch Rondrigo den Enterich. Und irgendwann begegnete sie Knut, dem Pinguin. Trude war sehr angetan von diesem Pinguin, der lieber hätte ein Wolf sein wollen, denn sie konnte seinen Wunsch gut verstehen. Sie selbst hatte sich immer gewünscht, ein Panther zu sein und sie wusste, wie das ist, wenn man nicht sein kann, wer man sein möchte.

Trude lebt übrigens bei Rosalinde Rasendschnell, die tatsächlich diesen komischen Namen trägt. Manchmal verstehen Trude und Rosalinde sich gar nicht so gut, denn Rosalinde trägt den Namen Rasendschnell zu recht und rasend schnell ist für ein schläfriges Murmeltier natürlich Nichts. Aber meistens verstehen sich Trude und Rosalinde sehr gut und oft sitzen sie gemeinsam da und reden über das Leben. Und dann erzählt Trude Rosalinde immer ganz viel von Esmeralda, der Schlafente, und von Knut, dem Pinguin, der viel lieber ein Wolf wäre.

Und wer Trude gut kennt - und das tut Rosalinde, denn die beiden kennen sich schon sehr lange - der weiß, dass Trude die beiden längst ins Herz geschlossen hat. Und jeden Abend, kurz bevor Trude sich fest in ihre Decke einwickelt, um dann gleich im nächsten Moment einzuschlafen, bittet, fragt und quengelt sie Rosalinde an, dass sie endlich Esmeralda und Rondrigo und auch Knut, den Pinguin besuchen will.

written by Rose

20.02.2005


Pinguine können nicht fliegen....

Es ist schon lange her, dass ihr das letzte Mal von Paul, dem Schaf und Esmeralda, der Schlafente, gehört habt. Das liegt nicht etwa daran, dass es nichts zu erzählen gäbe - manche Geschichten sind nicht so leicht zu erzählen, sie brauchen Zeit.

Kathinka Suppengrün hat vor einiger Zeit selber erfahren, wie schwer und traurig es ist, manche Dinge erzählen zu müssen. Besonders dann, wenn man schon vorher weiß, dass der andere dadurch auch sehr traurig werden wird. Vielleicht sogar noch trauriger als man selbst...

Es war mal wieder Zeit für einen Besuch in der alten Heimatstadt von Esmeralda und Kathinka Suppengrün. Sonst war Esmeralda, die Schlafente, bei jedem Besuch dabei - aber diesmal hatte sie ein komiges Bauchgefühl. Kennst Du das? Wenn sich der Bauch ganz anders anfühlt...nicht schlimm, aber auch nicht schön. Also fuhren Rondrigo, der Enterich, und Kathinka Suppengrün alleine weg. Doch Esmeralda gab ihr den Auftrag, mal nach Knut, dem Pinguin zu schauen. Sie hatte schon einige Tage nichts von ihm gehört. Natürlich - für diesen störrischen Pinguin war das nichts Besonderes - aber dieses Bauchgefühl...Gerade in der letzten Zeit waren die Gespräche zwischen Knut und Esmeralda wieder schön und angenehm - so wie ganz früher, als die beiden sich kennenlernten - mit schönen Momenten und gleichen Gedanken - das kennst Du sicherlich.

Kathinka Suppengrün hört eigentlich immer auf Esmeralda, die Schlafente. Naja - meistens zumindest. Und so gingen Rondrigo und Kathinka gemeinsam zu Knuts Iglu - und da bekam auch Kathinka Suppengrün dieses blöde Bauchgefühl.

Knut, der Pinguin, würde nie wieder anrufen, würde nie wieder das Fliegen versuchen. Nie wieder lachen oder weinen, gemeinsam mit Esmeralda. Nie wieder einfach nur so an diesem schönen großen Fluss sitzen und einfach da sein, schweigen...oder Unsinn erzählen. Knut, der Pinguin, ist für immer eingeschlafen.

All das Esmeralda erzählen zu müssen war vielleicht das Schwerste und Schlimmste an der ganzen Geschichte. Kathinka Suppengrün hätte es am liebsten gar nicht erzählt...und als Esmeralda dann hörte, was mit dem Pinguin Knut passiert war, konnte sie nur laut schreien und weinen - es gibt so Momente, wo man gar nicht anders kann. Wo kein Platz ist für Worte, nur für Laute der Traurigkeit...

Esmeralda, die Schlafente, denkt jeden Tag an Knut. Sie sitzt oft in ihrem Sessel und sieht einfach aus dem Fenster..und oft sieht Kathinka Suppengrün, dass sie leise weint. An manchen Tagen denkt Kathinka, dass sie vielleicht viel zu wenig trauert. Aber als sie Paul, dem Schaf, davon erzählt, sagt das Schaf ganz leise: „jeder trauert anders, liebe Kathinka. Nur weil Du nicht weinst, bist Du nicht weniger traurig..manche Traurigkeit lässt keine Tränen zu, sie macht einfach nur das Herz sehr schwer...“


In loving memory...5 Monate und kein Tag ohne einen Gedanken an Dich.

09.09.2005



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung